Unser Nervensystem lernt Sicherheit bereits ab dem Kindesalter, dennoch erleben wir im erwachsenen Alter Situationen in denen wir uns oft im sozialen Kontext merklich unwohl fühlen.
Wieso fühlen wir uns als erwachsene Menschen in manchen Situationen nicht sicher, obschon eigentlich keine potentielle Gefahr besteht?
Dafür gibt es eine klare biologisch Erklärung.
In grauer Vorzeit, als angriffslustige Tiere noch zum Alltag unserer Vorfahren gehörten, gab es in Stresssituationen oft nur drei Möglichkeiten: kämpfen, fliehen oder sich tot stellen.
Stresshormone halfen dabei, die notwendige Energie zu mobilisieren. Heutzutage, im sozialen Kontext, ist Losschlagen, Davonrennen oder sich tot stellen nur noch sehr selten nötig. Dennoch läuft die Stressreaktionen in unserem Körper ab, was bedeutet, dass sie ins Leere läuft. Daher hilft sich auf dem Sofa zu entspannen auch nur bedingt, denn die Stresshormone bleiben weiterhin im Blut bestehen und sorgen unter anderem für angespannte Muskeln, Bluthoch- oder Tiefdruck und einen erhöhten Blutzuckerspiegel.
Bewegung kann Abhilfe schaffen.
Viele von uns erlernten Traumtisches ohne davon Kenntnis zu haben (Bindungstrauma). Bei traumatischen Erlebnissen geht es darum, auf die bestmögliche Art zu überleben. Das beinhaltet auch das emotionale überleben, gleich wie das körperliche. Dieses Überleben wird von unserem Nervensystem gesteuert und ist nicht willentlich beeinflussbar. Es handelt sich sowohl beim Kampf-Flucht Modus, wie auch beim Erstarren um ein mutiges, aber biologisch sinnvolles Programm.
Wenn du meine Blog Beiträge über den Vagus- der Selbstheilungsnerv oder Traumaheilung liest, erfährst du mehr über die Physiologie unseres Nervensystems und wieso unser Nervensystem uns Sicherheit lernt.
Verstehen wir, dass die Erstarrung nicht willentlich beeinflussbar ist, ist es für uns vielleicht auch einfacher zu verstehen, dass wir für das Erstarren nie schuldig sein können. Im Gegenteil, wir können sogar Respekt gegenüber unserem eigenen Mut entwickeln.
Sobald wir verstehen, brauchen wir keine Angst mehr vor den Reaktionen unseres Körpers zu haben. Und allein schon die Entmystifizierung von den traumatischen Reaktionen kann heilend wirken.
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